Klimastollen

Ein einzigartiges Angebot in Südtirol bietet der Klimastollen in Prettau Asthmatikern, Lungenkranken, aber auch Allergikern: Das einstige Bergwerk im Ahrntal wurde zu einem Besucherbergwerk ausgebaut, in dem die sogenannte Höhlentherapie angeboten wird.

Vermutlich wurde in der Region schon während der Bronzezeit Kupfer abgebaut. Das heutige Bergwerk, das 1960 stillgelegt wurde, entstand ab dem späten Mittelalter.

Die Besucher erleben im Stollen des Bergwerks eine reine Atemluft wie kaum sonst irgendwo. Der Grund dafür: Die relative Luftfeuchtigkeit erreicht einen Sättigungsgrad von nahezu 100 Prozent. Verschiedene Schwebestoffe, die teilweise auch Allergien auslösen und verstärken können, werden vom Wasser gebunden und perlen an den feuchten Wänden nach unten.

Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Weil die Temperatur bei kühlen 8 bis 10 Grad liegt, ist trotz der Sättigung nur wenig Wasser in der Luft. Vielmehr herrscht im Stollen eine trockene Luft, wie man sie eher in der Wüste erwartet.

Im menschlichen Körper erwärmt sich die eingeatmete Luft auf die Körpertemperatur von rund 37 Grad. Weil die nun wärmere Luft mehr Wasser aufnehmen kann, entzieht sie den Schleimhäuten in den Atemwegen Flüssigkeit. Als Folge können die Patienten freier atmen, weil sich durch den Entzug der Feuchtigkeit Schwellungen zurückbilden.

Das Schaubergwerk ist im Klimastollen Prettau vom Therapiestollen abgetrennt. Für die Patienten stehen Decken, Schlafsäcke und liegen bereit. Warme Kleidung sollten sie aber trotzdem anziehen, da sich die Temperatur im Stollen auch an heißen Sommertagen nur unmerklich erhöht.

Angeboten werden etwa zweistündige Sitzungen. Die Patienten machen Entspannungsübungen mit geschultem Persona. Eltern können zusammen mit ihren Kindern kindgerechte Atemübungen machen oder die Kids können sich mit Spielen und Basteln selbst beschäftigen.

Wie oft die Patienten den Klimastollen besuchen sollten, hängt stark vom individuellen Krankheitsbild ab. Die Anwendungen sollten aber in einem Zeitraum von etwa zwei Wochen regelmäßig durchgeführt werden. Die Kosten für die Höhlentherapie werden von der Krankenkasse nicht übernommen.








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